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Dr. Peters DS-Fonds 129 Flugzeugfonds IV: Probleme durch auslaufenden Leasingvertrag

29. September 2016 | Bank- und Kapitalmarktrecht
Unruhige Zeiten könnten auf die Anleger des Dr. Peters DS-Fonds 129 Flugzeugfonds IV zukommen. Denn die Fluglinie Singapore Airlines hat nach Medienberichten angekündigt, den auslaufenden Leasingvertrag nicht zu verlängern. Das können auch die Anleger zu spüren bekommen.

Veaceslav Ghendler

Rechtsanwalt Veaceslav Ghendler ist Gründungspartner der KRAUS GHENDLER Anwaltskanzlei. Er  ist  Ansprechpartner zu...

Das Dortmunder Emissionshaus Dr. Peters wagte sich als erstes an die Auflage von Flugzeugfonds. Mit dem DS-Fonds Nr. 129 Flugzeugfonds IV beteiligte es sich im Dezember 2007 an einem Airbus A380. Anleger konnten sich seit 2008 an dem Fonds beteiligen und investierten insgesamt rund 94 Millionen US-Dollar. Das gesamte Investitionsvolumen liegt bei ca. 214 Millionen USD.

Leasingvertrag sicherte die Einnahmen

Ein großer Pluspunkt bei der Vermarktung dürfte gewesen sein, dass mit der asiatischen Fluglinie Singapore Airlines ein Leasingvertrag über zehn Jahre geschlossen werden konnte. Zudem hatte die Fluggesellschaft die Option den Vertrag um zwei Jahre zu verlängern. Diese Option wird sie aber nicht ziehen, wie u.a. das "manager magazin" online berichtet. Wird nun bis zum Herbst 2017 kein neuer Leasingpartner oder ein Käufer für den dann zehn Jahre alten Airbus A380 gefunden, kommen auf die Fondsgesellschaft ernsthafte wirtschaftliche Probleme zu. Die gesamte Kalkulation dürfte dann Makulatur sein und das würde auch die Anleger empfindlich treffen. Die Auszahlungen könnten dann vermutlich nicht mehr wie prognostiziert geleistet werden oder ganz ausbleiben.

"Nun offenbart sich die ganze Problematik dieser Beteiligung. Denn gesichert waren die Einnahmen nur durch den Leasingvertrag. Was nach diesen zehn Jahren passiert, konnte niemand sagen. Die Anleger sind aber noch einige Jahre länger an den Fonds gebunden. Findet das Emissionshaus Dr. Peters nicht relativ kurzfristig eine Lösung, drohen den Anlegern empfindliche Verluste", sagt Rechtsanwalt Veaceslav Ghendler, Partner der Anwaltskanzlei KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ in Köln.

Auch andere Flugzeugfonds betroffen

Von dieser Entwicklung ist nicht nur der DS-Fonds 129 Flugzeugfonds IV betroffen. Auch bei anderen Flugzeugsfonds laufen in absehbarer Zeit Leasingverträge mit Fluggesellschaften aus. "Das Szenario könnte sich durchaus wiederholen und die Anleger treffen", so Rechtsanwalt Ghendler.

Die Anleger können aber reagieren. Rechtsanwalt Ghendler: "Immer wieder ist es bei der Vermittlung von Fondsbeteiligungen zu einer fehlerhaften Anlageberatung gekommen. Dabei sind die vermittelnden Banken ihrer Pflicht zu einer anleger- und objektgerechten Beratung nicht nachgekommen. Statt Kapitalanlagen zu vermitteln, die den Zielen des Anlegers entsprechen, wie z.B. der Aufbau einer sicheren Altersvorsorge, wurden auch spekulative Geldanlagen wie Beteiligungen an Flugzeugsfonds vermittelt. Risiken wie lange Laufzeiten oder das Totalverlust-Risiko sind in den Beratungsgesprächen häufig mehr oder weniger unter den Tisch gefallen. Dann können Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung entstanden sein."

 

Mehr Informationen: https://anwalt-kg.de/bankenrecht/

 

KRAUS GHENDLER RUVINSKIJ Anwaltskanzlei

Aachener Straße 1
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