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Vermeiden Sie finanzielle Fallstricke bei der Praxisübernahme: So schützen Sie Ihr Kapital effektiv!

14. März 2025

Ein einziger Fehlgriff kann die gesamte Existenz gefährden. Jahrelange Ausbildung, unzählige Nachtschichten – und dann ein ruinöser Vertrag. Ein junger Mediziner übernahm eine Praxis, die auf dem Papier solide wirkte. Unerwartete Altlasten, veraltete Geräte und ausbleibende Patienten führten jedoch zur finanziellen Katastrophe. Hätte eine gründliche Prüfung solche Probleme verhindern können?

Patient Arzt

Ein einziger Fehlgriff kann die gesamte Existenz gefährden. Jahrelange Ausbildung, unzählige Nachtschichten – und dann ein ruinöser Vertrag. Ein junger Mediziner übernahm eine Praxis, die auf dem Papier solide wirkte. Unerwartete Altlasten, veraltete Geräte und ausbleibende Patienten führten jedoch zur finanziellen Katastrophe. Hätte eine gründliche Prüfung solche Probleme verhindern können? Fachleute und Betroffene berichten, worauf es wirklich ankommt und welche Strategien vor teuren Fehlern bewahren.

Täuschungen rechtzeitig erkennen

Versteckte Kosten lauern in nahezu jedem Übernahmeangebot. Unabhängige Gutachter decken auf, ob die angegebenen Umsätze tatsächlich der Realität entsprechen. Finanzielle Schieflagen zeigen sich oft erst bei genauer Analyse der letzten Geschäftsberichte. Eine professionelle Praxisbewertung vermeidet überhöhte Kaufpreise und macht wirtschaftliche Schwachstellen sichtbar.

Experten aus dem Gesundheitssektor warnen: „Zu optimistische Prognosen führen oft zu überzogenen Kaufpreisen. Nur eine fundierte Bewertung schützt vor finanziellen Fehlentscheidungen.“ Verschleierte Schulden oder unklare Vertragsklauseln können einen vermeintlich lukrativen Kauf schnell ins Gegenteil verkehren.

Mietverträge als unterschätztes Risiko

Langfristige Mietverpflichtungen gehören zu den größten finanziellen Belastungen einer Praxisübernahme. Oft werden bestehende Verträge ungeprüft übernommen, was später zu unerwarteten Kosten führt. Mietpreise, Kündigungsfristen oder Klauseln zur Nebenkostenabrechnung sind dabei entscheidende Faktoren. Besonders problematisch wird es, wenn veraltete oder ungünstige Vertragsbedingungen weiterhin gültig bleiben.

Eine fehlende Anpassungsklausel kann etwa verhindern, dass eine überteuerte Miete nach unten korrigiert wird – selbst wenn der Marktwert der Immobilie sinkt. Wer nicht auf flexible Laufzeiten achtet, kann in einem überdimensionierten oder ungünstig gelegenen Praxisstandort gefangen bleiben. Zusätzliche Risiken entstehen, wenn Modernisierungsmaßnahmen vom Vermieter nicht übernommen werden und der neue Praxisinhaber hohe Renovierungskosten tragen muss.

Personalübernahme: Motivation statt Misstrauen

Eingespielte Teams sorgen für einen reibungslosen Praxisbetrieb. Fehlt eine durchdachte Strategie für die Mitarbeiterkommunikation, kann der Wechsel Misstrauen und Unsicherheit auslösen.

Ein erfahrener Praxisinhaber beschreibt: „Der erste Eindruck entscheidet. Wertschätzung und klare Perspektiven nehmen Ängste und erleichtern den Übergang.“ Transparenz und Einbindung des Teams helfen, Konflikte frühzeitig zu vermeiden.

Kulturelle Veränderungen behutsam umsetzen

Jede Praxis hat ihre eigene Dynamik – ein eingespieltes Team, gewohnte Abläufe und eine bestimmte Unternehmenskultur. Wird eine Praxis übernommen, stehen nicht nur wirtschaftliche, sondern auch zwischenmenschliche Veränderungen an. Plötzliche Umstrukturierungen ohne Rücksprache mit dem Personal können Unmut hervorrufen und die Arbeitsatmosphäre nachhaltig belasten. Mitarbeiter, die sich übergangen fühlen, entwickeln Widerstände, was sich negativ auf die Effizienz und Patientenbetreuung auswirken kann.

Besonders langjährige Angestellte empfinden den Wechsel oft als Unsicherheitsfaktor. Neue Regeln, veränderte Zuständigkeiten oder eine andere Kommunikationsstruktur können anfänglich Irritationen auslösen. Erfahrene Praxisinhaber berichten, dass es essenziell ist, das Team frühzeitig in den Veränderungsprozess einzubinden. Transparenz über geplante Anpassungen, regelmäßige Gespräche und die Berücksichtigung von Mitarbeiterfeedback verhindern, dass sich das Personal entfremdet oder gar abwandert.

Patientenbindung: Vertrauen lässt sich nicht erkaufen

Der wahre Wert einer Praxis zeigt sich nicht allein in Umsatzzahlen oder der Ausstattung. Patienten entwickeln über Jahre hinweg eine enge Bindung zu ihrem Arzt – eine Verbindung, die mit der Übergabe oft ins Wanken gerät. Gerade langjährige Patienten reagieren sensibel auf den Inhaberwechsel. Plötzlich steht eine unbekannte Person an der Stelle, der sie bislang ihr Vertrauen geschenkt haben. Ohne eine gezielte Strategie kann sich dieser Wandel schnell in sinkenden Patientenzahlen niederschlagen.

Zahlreiche Übernahmen scheitern nicht an wirtschaftlichen Faktoren, sondern an unterschätzten psychologischen Effekten. Wer nur auf die bestehende Kartei setzt, riskiert, dass sich Patienten langsam zurückziehen und nach Alternativen suchen. Kontinuität und ein sanfter Übergang sind essenziell, um Vertrauen aufrechtzuerhalten und Unsicherheiten zu vermeiden.

Kommunikation als Schlüssel zur Stabilität

Ein persönlicher Begrüßungsbrief, ein Tag der offenen Tür oder individuelle Kennenlerngespräche schaffen eine Brücke zwischen alter und neuer Führung. Auch ein behutsamer Übergang, bei dem der vorherige Inhaber in der Anfangsphase noch präsent bleibt, kann helfen, Misstrauen abzubauen. Patienten müssen spüren, dass ihr Wohl weiterhin im Mittelpunkt steht – unabhängig vom Namen auf dem Praxisschild.