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Schadenersatzansprüche im Wirecard-Skandal

Teilnahme am Musterverfahren

Im Wirecard-Skandal steht die Eröffnung eines Musterverfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) bevor. Das Landgericht München hat am 14.03.2022 einen entsprechenden Vorlagebeschluss erlassen und dem Bayerischen Obersten Landesgericht vorgelegt (Az.: 3 OH 2767/22 KapMuG). Sobald das Musterverfahren eröffnet ist, können sich Anleger und Aktionäre der Sammelklage anschließen und so ihre Schadenersatzansprüche ohne großes Prozesskostenrisiko geltend machen.

Die Wirecard AG war einst ein gefeiertes DAX-Unternehmen. Umso steiler war ihr Absturz. Heute steht Wirecard in erster Linie für einen der größten Finanzskandale in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, bei dem Anleger in Anleihen, Aktien und Derivate viel Geld verloren haben.

Aufgeflogen ist der Wirecard-Skandal im Sommer 2020 als klar wurde, dass rund 1,9 Milliarden Euro, die auf Treuhandkonten bei philippinischen Banken liegen sollten, entweder verschwunden sind oder – was wahrscheinlicher ist – nie existiert haben. Es folgte die Insolvenz und umfangreiche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft u.a. wegen des Verdachts der Marktmanipulation, der Bilanzfälschung und des Betrugs. Am 15. März 2022 hat die Staatsanwaltschaft schließlich ihre zentrale Anklage erhoben. Nach den Ermittlungen sind lukrative Geschäfte in Asien schlicht erfunden, ebenso wie die vermeintlichen 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Anklage gegen drei ehemalige Manager der Wirecard AG erhoben, u.a. gegen den ehemaligen Vorstandschef Markus Braun.

In den Bilanzen der Wirecard AG sollen die frisierten Zahlen von 2015 bis 2018 aufgetaucht sein. Dennoch hat die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – EY – für diese Jahresabschlüsse ihr Testat erteilt. Sollten sie ihre Prüfungspflichten vernachlässigt haben, kommen Schadenersatzansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer in Betracht.

KapMuG-Musterverfahren im Wirecard Skandal

Das Landgericht München hat am 14.03.2022 einen Vorlagenbeschluss zur Eröffnung eines Musterverfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) erlassen und dem Bayerischen Obersten Landesgericht vorgelegt (Az.: 3 OH 2767/22 KapMuG). Dabei geht es u.a. um Schadenersatzklagen der Anleger gegen die EY-Wirtschaftsprüfer.

In dem Musterverfahren soll u.a. geklärt werden, warum die Wirtschaftsprüfer grünes Licht für die Jahresabschlüsse der Wirecard AG gegeben haben, obwohl die Zahlen offenbar „frisiert“ waren. Da Anleger auf das Testat der Wirtschaftsprüfer vertrauen, haben die Wirtschaftsprüfer den Kapitalmarkt durch die Testate falsch informiert. Damit könnten sie sich i.S.d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 KapMuG schadenersatzpflichtig gemacht haben.

Anleger können sich Sammelklage anschließen

Im KapMuG-Verfahren werden diese und weitere Rechtsfragen gebündelt, so dass nicht jeweils einzeln geklagt werden muss. Anleger haben die Möglichkeit sich ohne großes Prozesskostenrisiko der „Sammelklage“ anzuschließen. Das ist innerhalb einer Frist von sechs Monaten möglich, sobald das Bayerische Obersten Landesgericht einen Musterkläger bestimmt und die Eröffnung des KapMuG-Verfahrens im Klageregister öffentlich bekannt gemacht hat.

Vorteil der Teilnahme am Musterverfahren ist, dass nur ein geringes Prozesskostenrisiko besteht und die Verjährung der Schadenersatzansprüche dadurch gehemmt wird. Die Entscheidung im KapMuG-Verfahren betrifft zunächst nur den Musterkläger und die Beklagte. Sie lässt sich aber auf die Teilnehmer an dem Verfahren übertragen.

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Schadenersatzansprüche gegen Wirecard-Manager

Schadenersatzansprüche können auch gegen die ehemaligen Vorstände und Aufsichtsräte der Wirecard AG bestehen. Ihr Vermögen wird allerdings kaum ausreichen, um die Forderungen der Gläubiger auch nur annähernd zu erfüllen. Zumal dann vermutlich auch der Insolvenzverwalter Forderungen geltend machen wird. Dennoch kann es u.U. sinnvoll sein, zivilrechtliche Ansprüche auch in einem Strafprozess geltend zu machen (Adhäsionsverfahren).

Schadenersatzansprüche können gegen ehemalige Manager von Wirecard bestehen
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Wirecard Jahresabschlüsse ungültig - Aktionären droht Rückforderung

05.05.2022 | Kanzlei Brüllmann

Als ob die Aktionäre der insolventen Wirecard AG nicht schon genug gestraft wären, könnte jetzt noch weiterer Ärger auf sie zukommen. Nachdem das Landgericht München am 5. Mai 2022 die Jahresabschlüsse des Konzerns 2017 und 2018 für ungültig erklärt hat, könnte der Insolvenzverwalter ausgeschüttete Dividenden von den Aktionären zurückfordern.

Wirecard Prozesskostenfinanzierung

Mit positiven Neuigkeiten sind Opfer des Wirecard-Skandals leider nicht reich gesegnet. Da kommt das aktuelle Angebot für eine Prozesskostenfinanzierung gerade recht. Ein international in Massenschadensfällen Klagen finanzierendes Unternehmen kann nicht nur individuelle Wirecard-Klagen finanziell unterstützen, es übernimmt auch alle Aktivitäten und Kosten im Rahmen der Wirecard Musterfeststellungeklage bis hin zur Durchsetzung der individuellen Ansprüche nach KapMuG-Abschluss. Bitte klicken Sie auf Details für eine Inhaltsangabe zu den Themen dieser Seite.

Anwaltzwang bei KapMuG-Anmeldung

16.03.2022 | Kanzlei Sommerberg, Bremen

Fast zwei Milliarden Euro sind bei der Wirecard AG verschwunden oder hat es nie gegeben. Den Schaden haben die Anleger und Aktionäre des inzwischen insolventen einstigen DAX-Unternehmens. Sie haben nun die Möglichkeit, sich in Kürze einer Art „Sammelklage anzuschließen, um ihre Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Denn die Eröffnung eines Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG-Verfahren) steht bevor.

Wirecard Musterverfahren - Weg für Sammelklage geebnet

16.03.2022 | Kanzlei Dr. Ingo Gasser

Der Weg für eine „Sammelklage“ im Wirecard-Skandal ist geebnet. Das Landgericht München hat am 14. März 2022 einen Vorlagebeschluss nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) erlassen und die Eröffnung des Musterverfahrens am Bayerischen Obersten Landesgericht eingeleitet (Az.: 3 OH 2767/22 KapMuG).

Wirecard - Sammelklage (KapMuG) steht bevor

16.03.2022 | Kanzlei Brüllmann

Im Wirecard-Skandal steht die Eröffnung eines Musterverfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) bevor. Das Landgericht München hat am 14. März 2022 einen entsprechenden Beschluss erlassen und damit das KapMuG-Verfahren vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht eingeleitet (Az.: 3 OH 2767/22 KapMuG). Anleger und Aktionäre der insolventen Wirecard AG können sich dann der „Sammelklage“ anschließen, um ihre Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Wirecard

1,9 Milliarden Euro - und niemand weiß, wo sie sind. Der Fall Wirecard hat das Potential sich zu einem der ganz großen Anlegerskandale zu entwickeln. Wie kann es sein, dass über einen langen Zeitraum niemand wusste, dass bilanzierte Summen nur auf dem Papier existierten?

Ansprüche im Insolvenzverfahren

Angesichts der hohen Verbindlichkeiten der Wirecard AG gegenüber Banken, können Anleger im Insolvenzverfahren nicht von einer hohen Insolvenzquote ausgehen. Dennoch sollten die Ansprüche angemeldet werden. Unabhängig vom Insolvenzverfahren können auch Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.

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Häufig gestellte Fragen

Wer kann sich der Sammelklage anschließen?

Anleger der Wirecard AG können sich dem Musterverfahren anschließen, um ihre Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Im Einzelfall kann aber auch geprüft werden, ob eine Einzelklage ggf. nicht sinnvoller ist.

Welche Vorteile hat die Teilnahme am Musterverfahren?

Vorteil ist zunächst das geringe Prozesskostenrisiko. Zudem wird durch die Teilnahme auch die Verjährung der Schadenersatzansprüche gehemmt.

Ab wann ist die Anmeldung zur Teilnahme am Musterverfahren möglich?

Sobald das Bayerische Obersten Landesgericht einen Musterkläger bestimmt und die Eröffnung des KapMuG-Verfahrens im Klageregister öffentlich bekannt gemacht hat, ist eine Anmeldung möglich. Die Anmeldung muss innerhalb einer Frist von 6 Monaten ab Eröffnung der Verfahrens erfolgen.

Wie kann ich meine Teilnahme anmelden?

Da Anwaltszwang herrscht, kann die Anmeldung nicht eigenständig vorgenommen werden. Die Anmeldung muss ein Rechtsanwalt vornehmen.