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German Pellets Anleihe 2011/16

28. Januar 2016 |

German Pellets hat in den letzten Jahren über 220 Millionen Euro eingesammelt, um mit dem Anlegergeld Projekt zu finanzieren und die Marke weiter am Markt zu etablieren. Nun steht die Anleihe 2011/16 zur Rückzahlung an - und so wie es aussieht, ist das Geld dafür nicht da. Die Anlegerversammlung wurde kurzfristig abgesagt. Die German Pellets-Tochter FireStixx stellte bereits einen Insolvenzantrag.

German Pellets ist größter Pelletsproduzent Europas - und hat natürlich einen immensen Kapitalbedarf. Dazu waren seit 2011 immer wieder mit Inhaberschuldverschreibungen und seit 2015 sogar mit Genusscheinen versucht worden, frisches Geld in das Unternehmen zu pumpen. Allein an Inhaberschuldversreibungen wurden 220 Millionen Euro eingesammelt. Nach Unstimmigkeit in der öffentlichen Kreditwürdigkeit des Unternehmens aus Wismar kam es bei den Börsen notierten Papieren zu dramatischen Kurseinbrüchen von bis zu 10 % des Ursprungswertes. Anfang Februar sollte im Rahmen einer Anlegerversammlung über die Zukunft der Anlage 2011/16 diskutiert. Hier sollte die Laufzeit verlängert werden auf 2018. Daraus wird nun nichts: Die Versammlung wurde kurzfristig abgesagt.

Hier die Pressemitteilung lesen

Die Anleihe 2011/16 (ISIN: DE000A1H3J6 7 / WKN: A1H3J6) müsste eigentlich in diesem Jahr zur Auszahlung kommen. Die Gläubigerversammlung hatte zum Ziel, die Anleger auf eine Verlängerung der Anleihe einzustimmen, da die für die Auszahlung notwendigen 52 Millionen Euro wohl nicht zur Verfügung stehen.

Die Absage der Versammlung ist der bisherige Höhepunkt einer Entwicklung, die mit einer Senkung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens ihren Auftakt genommen und zu teils drastischen Kursstürzen der börsennotierten Inhaberschuldverschreibungen geführt hatte. Insgesamt haben Anleger rund 220 Millionen Euro in German Pellets Mittelstandanleihen investiert.

 

In der Zwischenzeit hat auch eine German Pellets-Tochter FireStixx einen Insolvenzantrag gestellt. Hier weitere Informationen dazu finden

 

Die Absage der Anlegerversammlung wirft kein gutes Licht auf die Zahlungsfähigkeit des Mutterunternehmens. Laut Handelsblatt vom 9. Februar steht die Insolvenz kurz bevor.

 

Hier den Artikel im Handelsblatt lesen

 

Argumente dafür: Durch den Wegfall von Handlungsoptionen zur Auszahlung der Anleihe 2011/16 steht German Pellets in der Pflicht, im März 2016 52 Millionen Euro an darauf wartende Anleger auszuzahlen. Kann man das nicht leisten droht die Zahlungsunfähigkeit.

 

GERMAN PELLETS GMBH stellt am 10. Februar 2016 Insolvenzantrag

 

Die German Pellets GmbH hat am 10. Februar 2016 einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Schwerin eingereicht. Bei der Insolvenz in Eigenverwaltug bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und wird von einem Sachwalter unterstützt. Während des vorläufigen Insolvenzverfahrens soll der Geschäftsbetrieb nach Unternehmensangaben fortgeführt und ein Sanierungskonzept erarbeitet werden.

 

AMTSGERICHT SCHWERIN LEHNT EIGENVERWALTUNG AB

 

Das Amtsgericht Schwerin hat das vorläufige Insolvenzverfahren über die German Pellets GmbH eröffnet (Az.: 580 IN 64/16). Den Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung hat das Gericht allerdings abgelehnt und eine vorläufige Insolvenzverwalterin bestimmt. Wie "Focus" online berichtet, war das Gericht nicht mit der Zusammensetzung des Gläubigerausschusses zufrieden, da dieser nicht der Anlegerstruktur entsprochen habe und lehnte deshalb die Eigenverwaltung zumindest vorerst ab.

 

Die vorläufige Insolvenzverwalterin muss nun prüfen, welche Perspektiven für eine Fortführung des Unternehmens gegeben sind und ob das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet wird. German Pellets teilt am 11. Februar 2016 mit, dass mit der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens vermutlich im Mai gerechnet werden kann. Dann können die Gläubiger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Alleine die Forderungen der Anleihe-Gläubiger und Inhaber der Genussrechte dürften sich insgesamt auf ca. 260 Millionen Euro belaufen. Da in einem möglichen Insolvenzverfahren voraussichtlich nicht alle Forderungen der Gläubiger vollauf befriedigt werden können, können Anleger ihre weiteren rechtlichen Möglichkeiten von im Bank- und Kapitalmarktrecht versierten Rechtsabwälten prüfen lassen.

 

TOCHTERUNTERNEHMEN DER GERMAN PELLETS GMBH INSOLVENT

 

Das Amtsgericht Schwerin hat am 22. Februar 2016 die vorläufigen Insolvenzverfahren über vier Tochterunternehmen der German Pellets GmbH eröffnet. Betroffen sind:

  • German Pellets Sachsen GmbH (Az.: 580 IN 99/16)
  • German Pellets Genussrechte GmbH (Az.: 580 IN 94/16)
  • German Pellets Beteiligungs GmbH (Az.: 580 IN 93/16)
  • German Pellets Supply GmbH & Co. KG (Az.: 580 IN 86/16)