
Ein zentraler Bestandteil dieser Pflicht ist die Erzielung des bestmöglichen Gesamtergebnisses nach den strengen MiFID-II-Vorgaben, was auch nach dem EU-weiten Verbot von Rückvergütungen (Payment for Order Flow
) die unbedingte Verpflichtung zur bestmöglichen Orderausführung (Best Execution) umfasst. Die rechtliche Verantwortung des Brokers stößt jedoch an Grenzen, wenn es um das Marktrisiko bei Stop-Loss-Orders geht, da diese nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs lediglich als unlimitierte „Bestens-Aufträge“ gewertet werden. Erreicht der Marktpreis die festgelegte Stop-Schwelle, löst das System lediglich eine normale Marktorder aus, sodass ein drastischer Kursrutsch in volatilen Marktphasen – die sogenannte Slippage – rechtlich kein Verschulden des Brokers darstellt.
IT-Infrastruktur und die rechtliche Haftung im Schadensfall
Gänzlich anders gestaltet sich die Situation bei echten IT-Ausfällen, App-Abstürzen oder fehlerhaften Abrechnungen im Verantwortungsbereich des Anbieters. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verdeutlicht, dass Broker ihre IT-Systeme so dimensionieren müssen, dass sie auch bei extrem hohem Handelsaufkommen stabil bleiben. Kommt es hier zu nachweisbaren Systemausfällen der hauseigenen Anwendung oder zu softwareseitigen Depotfehlern, liegt eine vertragliche Pflichtverletzung vor, die einen direkten Schadensersatzanspruch begründet. Zu beachten ist dabei die rechtliche Zurechnung, da Gerichte eine Haftung des Brokers meist ausschließen, sofern der Fehler nachweislich nicht in dessen App, sondern beim externen, angebundenen Handelsplatz oder dem Market Maker lag.
Effektiver Rechtsschutz und die Expertise der Kanzlei Hafencity
Für die Durchsetzung von Ansprüchen bei gesperrten Konten, Systemausfällen oder der ungerechtfertigten Zwangsliquidation von Wertpapieren verfügt die Kanzlei Hafencity
um Rechtsanwalt Fabian Fritsch
über ausgewiesene Expertise im Bank- und Zahlungsdiensterecht
. Dass ein schnelles Handeln im Eilverfahren möglich ist, zeigt die Praxis von Rechtsanwalt Fabian Fritsch, der beispielsweise vor dem Landgericht Berlin II eine wegweisende einstweilige Verfügung gegen Trade Republic erwirken konnte. In diesem spezifischen Fall untersagte das Gericht dem bekannten Neobroker im Beschlusswege, einen strittigen Negativsaldo im sechsstelligen Bereich durch den eigenmächtigen Zwangsverkauf von Aktien aus dem Depot des betroffenen Privatanlegers beizutreiben. Da geschädigte Anleger für den entstandenen Schaden voll beweispflichtig sind und der Support von Neobrokern oft schwer erreichbar ist, unterstützt die Kanzlei bei der lösungsorientierten Schadensabwicklung, sichert Beweise wie App-Fehlermeldungen und setzt Kontenfreigaben oder den Schutz vor unberechtigten Verwertungshandlungen im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes gerichtlich durch.FAQ – Die wichtigsten Begriffe im Überblick
Was versteht man unter einer Stop-Loss-Order?
Eine Stop-Loss-Order ist ein Verkaufsauftrag, der mit einer Kursuntergrenze (Stop-Kurs) versehen ist. Sobald dieser Kurs erreicht oder unterschritten wird, wandelt das System den Auftrag automatisch in eine unlimitierte Marktorder ("Bestens-Auftrag") um, die zum nächsten handelbaren Preis ausgeführt wird.
Eine Stop-Loss-Order ist ein Verkaufsauftrag, der mit einer Kursuntergrenze (Stop-Kurs) versehen ist. Sobald dieser Kurs erreicht oder unterschritten wird, wandelt das System den Auftrag automatisch in eine unlimitierte Marktorder ("Bestens-Auftrag") um, die zum nächsten handelbaren Preis ausgeführt wird.
Was bedeutet Slippage (Kursrutsch)?
Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem gewünschten Stop-Kurs einer Order und dem tatsächlich realisierten Ausführungskurs. In sehr volatilen Marktphasen oder bei plötzlichen Kurssprüngen kann sich der Marktpreis so schnell bewegen, dass die Ausführung deutlich schlechter ausfällt als die ursprüngliche Stop-Schwelle.
Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem gewünschten Stop-Kurs einer Order und dem tatsächlich realisierten Ausführungskurs. In sehr volatilen Marktphasen oder bei plötzlichen Kurssprüngen kann sich der Marktpreis so schnell bewegen, dass die Ausführung deutlich schlechter ausfällt als die ursprüngliche Stop-Schwelle.
Was beinhaltet das Prinzip der Best Execution?
Die Best-Execution-Richtlinie nach den europäischen MiFID-II-Vorgaben verpflichtet Broker dazu, alle vernünftigen Maßnahmen zu ergreifen, um bei der Ausführung von Kundenaufträgen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Hierbei müssen Faktoren wie Preis, Kosten, Schnelligkeit und die Wahrscheinlichkeit der Ausführung im Sinne des Kunden berücksichtigt werden.
Die Best-Execution-Richtlinie nach den europäischen MiFID-II-Vorgaben verpflichtet Broker dazu, alle vernünftigen Maßnahmen zu ergreifen, um bei der Ausführung von Kundenaufträgen das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Hierbei müssen Faktoren wie Preis, Kosten, Schnelligkeit und die Wahrscheinlichkeit der Ausführung im Sinne des Kunden berücksichtigt werden.
Wann greift eine Einstweilige Verfügung gegen einen Broker?
Eine einstweilige Verfügung ist ein gerichtliches Eilverfahren, das bei besonderer Dringlichkeit genutzt wird, um unumkehrbare Nachteile für den Anleger zu verhindern. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Broker beispielsweise unberechtigte Kontosperren verhängt oder – wie in von der Kanzlei Hafencity geführten Verfahren – eigenmächtige Zwangsliquidationen von Depotbeständen zur Deckung strittiger Salden androht.
Eine einstweilige Verfügung ist ein gerichtliches Eilverfahren, das bei besonderer Dringlichkeit genutzt wird, um unumkehrbare Nachteile für den Anleger zu verhindern. Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Broker beispielsweise unberechtigte Kontosperren verhängt oder – wie in von der Kanzlei Hafencity geführten Verfahren – eigenmächtige Zwangsliquidationen von Depotbeständen zur Deckung strittiger Salden androht.

