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MS Deutschland

25. März 2015 |

Die aus der ZDF-Serie als Traumschiff bekannte MS Deutschland wurde an einen US-Investor verkauft. Anleihe-Gläubiger müssen dennoch finanzielle Verluste befürchten.

Die aus der ZDF-Serie als Traumschiff bekannte MS Deutschland wurde an einen US-Investor verkauft. Das teilte der Insolvenzverwalter am 24.März 2015 mit. Über die Höhe des Kaufpreises wurde nichts bekannt.

Allerdings sei der Kaufpreis mit dem Gläubigerausschuss der insolventen MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft abgestimmt. Der in der internationalen Kreuzfahrt erfahrene US-Unternehmer habe eine Anzahlung im einstelligen Millionenbereich geleistet, der Rest des Kaufpreises soll bei der Übergabe der MS Deutschland Ende Mai fließen. Das Kreuzfahrtschiff soll auch wieder auf Reisen gehen, die Besatzung werde zu großen Teilen übernommen.

Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft hatte 2012 eine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von bis zu 60 Millionen Euro und einer fünfjährigen Laufzeit bei einem Zinssatz von 6,875 Prozent begeben. Allerdings war das Traumschiff keine traumhafte Kapitalanlage. Am 1. Januar 2015 eröffnete das Amtsgericht Eutin das vorläufige Insolvenzverfahren über die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft. Schulden von rund 60 Millionen Euro sollen die Gesellschaft belasten. Dazu zählt auch die Anleihe.

Zudem wurde bekannt, dass die Anleihe vermutlich nicht mit der MS Deutschland abgesichert ist. Auch wenn die MS Deutschland nun verkauft wurde, ist offen, ob die Forderungen der Anleihe-Gläubiger vollständig bedient werden können. Neben den Forderungen zur Insolvenztabelle können die Anleger auch ihre Ansprüche auf Schadensersatz überprüfen lassen. Anspruchsgrundlage könnten z.B. Fehler im Verkaufsprospekt sein.