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Deutsche Lichtmiete

Die Deutsche Lichtmiete ist pleite und hat Ende 2021 Insolvenz angemeldet. Für die Anleger bedeutet das, dass sie den Verlust ihres investierten Geldes befürchten müssen. Rund 5.000 Anleger sollen bis zu 200 Millionen Euro über Direktinvestments und vier Anleihen bei der Deutsche Lichtmiete investiert haben. Ihr Geld steht nun im Feuer. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen des Anfangsverdachts des Betrugs. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Hamburger Rechtsanwalt Rüdiger Weiß bestellt worden ( Aktenzeichen des Insolvenzverfahrens 69 IN 30/21 )

Die Fakten:

Die Unternehmensgruppe Deutsche Lichtmiete bietet energieeffiziente Beleuchtungslösungen für Unternehmen an. Zur Finanzierung ihres Geschäftsmodells sammelte sie Geld bei Anlegern ein. Neben Direktinvestments emittierte das Unternehmen die Inhaberschuldverschreibungen
•    EnergieEffizienzAnleihe 2022
•    EnergieEffizienzAnleihe 2023
•    EnergieEffizienzAnleihe 2025
•    EnergieEffizienzAnleihe 2027.

Die Anleihen sind mit jährlichen Zinskupons zwischen 5,25 und 5,75 Prozent versehen und stehen zwischen Anfang 2023 und 2027 zur Rückzahlung an.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ließ am 8. Dezember 2021 die Geschäftsräume wegen Betrugsverdacht durchsuchen. Obwohl Unternehmensverantwortliche bereits erkannt haben sollen, dass das Geschäftsmodell nicht tragfähig ist und die Einnahmen nicht ausreichten, um Forderungen der Anleger zu finanzieren, seien noch die Anleihen emittiert und mehr als 100 Millionen Euro bei den Anlegern eingesammelt worden. Im Zuge der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft offenbar auch Unternehmenskonten eingefroren.

Am 30. Dezember 2021 stellte die Deutsche Lichtmiete schließlich Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Oldenburg hat am 5. Januar 2022 vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind
•    Deutsche Lichtmiete AG (Az. 69 IN 30/21)
•    Deutsche Lichtmiete Produktionsgesellschaft mbH (Az. 16 IN 49/21)
•    Deutsche Lichtmiete Vermietgesellschaft mbH (Az.: 33 IN 48/21)

Am 12. Januar 2022 hat das Amtsgericht Oldenburg auch über die Deutsche Lichtmiete Finanzierungsgesellschaft  das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet (Az.: 33 IN 1/22).

 
Am 6. Januar 2022 teilten die drei Direkt-Investitionsgesellschaften mit, dass ihnen die Zahlungsunfähig droht und die Zahlung der Zinsen und / oder der Rückkaufspreise der jeweiligen Kauf-, Miet- und Rückkaufverträge fraglich ist. Betroffen sind folgende Vermögensanlagen.

Deutsche Lichtmiete Direktinvestitionsgesellschaft mbH:
•    Angebots-Nr. 2016-041 - concept light High Bay II
•    Angebots-Nr. 2016-042 - concept light High Bay III
•    Angebots-Nr. 2016-043 - concept light High Bay IV
•    Angebots-Nr. 2016-044 - concept light High Bay IV
•    Angebots-Nr. 2016-045 - concept light LED-Panel 60x60
•    Angebots-Nr.2016-046 - concept light Industrie-Lichtband 150
•    Angebots-Nr. 2016-047 - concept light Industrie-Lichtband 150

Deutsche Lichtmiete 2. Direktinvestitionsgesellschaft mbH:
•    Angebots-Nr. 2017-058 - LED Hallenstrahler concept light (II)
•    Angebots-Nr. 2017-059 - LED Hallenstrahler concept light (III)
•    Angebots-Nr. 2017-060 - LED Hallenstrahler concept light (IV)
•    Angebots-Nr. 2017-061 - LED Hallenstrahler concept light (V)
•    Angebots-Nr. 2017-062 - LED Hallenstrahler concept light (I)
•    Angebots-Nr. 2017-063 - LED Hallenstrahler concept light (II)    

Deutsche Lichtmiete 3. Direktinvestitionsgesellschaft mbH:
•    Angebots-Nr. 2018-066 - LED Lichtband concept light (II)
•    Angebots-Nr. 2018-067 - LED Lichtband 2.0 concept light
•    Angebots-Nr. 2018-068    - LED Hallenstrahler concept light (III) HP
•    Angebots-Nr. 2018-069 - LED Hallenstrahler concept light (IV) HP
•    Angebots-Nr. 2018-070 - LED Hallenstrahler 2.0 concept light

Wenig später, am 10. Januar 2022, hat das AG Oldenburg auch über die Direktinvestitionsgesellschaften die vorläufigen Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind:

  • Deutsche Lichtmiete Direkt-Investitionsgesellschaft mbH (Az.: 63 IN 2/22)
  • Deutsche Lichtmiete 2. Direkt-Investitionsgesellschaft mbH (Az.: 60 IN 1/22)
  • Deutsche Lichtmiete 3. Direktinvestitionsgesellschaft mbH (Az.: 65 IN 1/22)

Damit ist klar, dass auch die Anleger der Direktinvestments mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen müssen.

 

Deutsche Lichtmiete - vom Vorzeigeprojekt zur Insolvenz

Die Deutsche Lichtmiete Unternehmensgruppe mit Sitz in Oldenburg bezeichnet sich selbst als die Nummer Eins für "Light as a Service" (LaaS) in Europa. Spezialisiert auf die Herstellung und Vermietung hochwertiger, energie- und kosteneffizienter LED-Beleuchtung, entwickelt die Deutsche Lichtmiete mit über 100 Mitarbeitern an acht Standorten zukunftsweisende Lösungen für Industrie, Handel und Gewerbe sowie Kommunen, Pflegeheime und Kliniken. Das gut vermittelbare Konzept hat das Unternehmen zu einem der Vorzeige-Projekte im Norden Deutschlands gemacht. Seit 2018 hat sich das Unternehmen durch die Möglichkeit zu Direktinvestments und Inhaberschuldverschreibungen kapitalisiert. Grundsätzlich ist dazu nichts negatives zu sagen, allerdings hatte test.de schon 2018 vor den Gefahren von Direktinvestments gewarnt.

Frühe Warnungen verhallten ungehört

Problem ist nicht die Qualität der Idee, sondern der Mensch, der dahintersteckt. Insbesondere Direktinvestments vertrauen darauf, dass der Emittent sein Versprechen hält und mit der Einlage anlage- und objektgerecht umgeht. Tut er das nicht, dann wird sich die Einlage während der Laufzeit nicht entsprechend entwickeln und das Geld wird in die privaten Taschen der Emittenten umgeleitet. Damit das möglichst lange funktioniert, werden mit einem Teil der frischen Anlagen ältere Ansprüche bedient. So etwas nennt  man dann Schneeball-System.

Zwangsläufig insolvent

Bei der Deutschen Lichtmiete richtete sich der Anfangsverdacht daher auch nicht gegen das Unternehmen selbst, sondern vor allem gegen vier Mitarbeiter. Gleichwohl wurden am 8. Dezember 2021 sämtliche Konten des Unternehmens eingefroren. Zwangsläufige Folge: Ein Unternehmen ohne funktionierende Bankverbindung ist zwangsläufig innerhalb weniger Tage zahlungsunfähig.

Das Unternehmen hat Anleihen herausgegeben, sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, die an der Börse gehandelt werden und Direktinvestments in Produkte der Deutschen Lichtmiete. Anleger müssen mit einem Totalverlust rechnen, denn bei realistischer Bewertung wird es für diese Kapitalmarktprodukte keinen Markt. Fraglich bei den Direktinvestments ist auch, ob es die angeblich vorhandenen Werte überhaupt Eigentum der Anleger sind,

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5000 Anleger - 200 Millionen Schaden

Insgesamt sollen rund 5 000 Anleger bis zu 200 Millionen Euro investiert haben. Die Deutsche Licht­miete verkaufte Anlegern unter anderem Industrie­leuchten und vermietete diese dann für eine bestimmte, fest­gelegte Lauf­zeit an Unternehmen. Anleger sollten dadurch „risikolos von der Vermietung profitieren“, denn nach Abschluss der Laufzeit sollte ein festgelegtes Garantiekapital ausgezahlt werden. Pro Jahr wurde den Darlehensgebern eine Rendite von rund 5 Prozent in Aussicht gestellt, zusätzlich um Rückkaufwert. Möglich waren Anleihen in Höhen von 5.800 und 14.400 Euro. Im Dezember gab es eine offizielle Untersuchung an Wohnorten und auf Betriebsflächen des Unternehmens, wobei sich die Untersuchungen wegen vorsätzlichem und gewerbsmäßigen Betrug vorerst auf 4 Mitarbeiter konzentrierte. Nach der Razzia veröffentllichte die Firmenleitung ein Pressemitteilung und versprach volle Kooperation mit den Behörden, um die Sache aufzuklären.

Deutsche Lichtmiete - Anlegern geht ein Licht auf
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Aktuelles zum Thema Deutsche Lichtmiete

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Deutsche Lichtmiete- Anleger sind in Sorge

10.12.2021 | RP Law

Die Deutsche Lichtmiete ist ein Unternehmen mit Sitz in Oldenburg. Die Gesell­schaft verkauft Anlegern Industrie­leuchten, die dann vermietet werden und Erträge generieren sollten. Schon 2018 hatte die Zeitschrift test.de vor solchen Direktinvestments gewarnt. Ähnlich wie der inzwischen insolvente Marktführer für Container-Investments P&R hatte die Deutsche Lichthilfe (seit 2017)

Ermittlungen gegen die Deutsche Lichtmiete

10.12.2021 | Kanzlei Dr. Späth

In der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft wurde das Unternehmen zwar nicht genannt, aber insbesondere Anleger der Deutschen Lichtmiete, die z.B. Inhaberschuldverschreibungen gezeichnet haben, konnten sich schnell einen Reim daruf machen. Inzwischen gibt es auch eine Pressemitteilung des Unternehmen selbst, in der staatsanwaltliche Untersuchungen bestätigt werden.

Hoffungen und Chancen

Wie immer bei Schadenersatzansprüchen aus floppenden Kapitalanlagen fallen Prognosen schwer. Lichtblick: Wenn das offizielle Onsolvenzverfahren eröfffnet wird, dann ist nach meinung der prüfenden Experten gegeben, dass auch noch etwas Geld zur Verteilung zur Verfügung steht. Weiterer Vorteil: Die getätigten Investitionen werden nicht nachrangig bahendelt, der Anspruch auf die Aufnahme in die Insolvenzliste besteht. Dritter Vorteil: Die Anlage wurde teils von Vermittlern vertrieben, die gegen solche Sachen u.U. versichert sind, oder selbst über das Kapital zum Schadenausgleich verfügen. Die Frage, ob die Beratung anleger- und objektgerecht war? Unserer Meinung nach nicht, zumal es seit Eröffnung des Angebotes ernst zu nehmende Stimmen gab, die vor dem Investment warnten.

Auch bei Unternehmsbereichen, die nicht von der Insolvenz betroffen sind, werden Schadenserstzansprüche auflaufen.

Wer hat vermittelt?

Produkte der Deutschen Lichtmiete wurden in aller Regel als nachhaltige Investitionen in eine Grüne Zukunft verkauft, einzig allein, weil sich Umstellung von überalteten Lichtanlagen auf LED-Licht nach Strom-Sparen anhört. Die Umweltfinanz AG zitiert noch heute auf Ihrer Homepage die deutsche Lichtmiete unbd empfiehlt das Investment noch heute als "krisensicher":

Mit ihrem Geschäftsmodell setzt die Deutsche Lichtmiete ein klares Zeichen für unternehmerischen Umweltschutz und eine nachhaltige Entwicklung. Durch den bislang erfolgten Einsatz ihrer energiesparenden LED-Leuchten werden jedes Jahr tausende Tonnen CO2 vermieden. Die nachhaltige Ausrichtung wurde nun auch quantitativ bestätigt: Die unabhängige Ratingagentur imug untersuchte messbare Nachhaltigkeitskriterien und konstatiert der Deutschen Lichtmiete den Wirkungsgrad „sehr stark“.

Was diese Agentur namens IMUG ermittelt hat, erschließt sich nicht wirklich - zumindest scheint die "Wirtschaftlichkeit" des Unternehmens nicht analysiert worden zu sein. Auch halten sich Vermittler wie die Umweltfinanz AG auch vornehm zurück, was die aktuelle Nachrichtenlage zur Deutschen Lichtmiete betrifft.

Die Kooperationsanwälte von kapitalschutz.de stehen gern für eine Erstberatung zur Verfügung. Über u.U. entstehende Kosten sprechen Sie mit dem Anwalt selbst, der Anruf und gegebenenfalls auch eine telefonische Erstberatung sind kostenlos. Unsere Anwälte betreuen Sie im Insolvenzverfahren und als rechtliche Berater und Betreuer auf dem Klageweg.

 

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