Wer in diesen Tagen ein Anschreiben wegen einer offenen Rechnung bekommt, sollte ganz genau prüfen, ob es sich hier um einen echten Anspruch, billigen Spam oder eine echte Gefahr handelt. In einem unserer Kanzlei vorliegenden Fall wird mit der Übergabe einer Forderung in Höhe von 260 Euro an das Inkassobüro V.O.P. gedroht. Das Inkassobüro existiert und hat keinen schlechten Ruf. Um welche Forderung es geht bleibt unklar und es ist schon richtig schwierig, der Abzocke auf den Grund zu gehen.
So können Sie prüfen, um was es da geht
Das Anschreiben ist recht holprig aber nicht auffallend unprofessionell aufgesetzt. Wer genau hinschaut erkennt aber schon, dass die Buttonbeschriftung „Offenen Rechnung 486138RE“ grammatikalisch nicht korrekt anmutet, eigentliche müsste es heißen „offene Rechnung“ nicht „offenen Rechnung“. Dann führt der Link auf eine Seite, die 1zu1 an das Layout der Inkasso-Unternehmung V.O.P angepasst ist, allerdings heißt die Adresse „rechnungs-online.digital/rechnung“ . Auch hier fällt wieder eine kleine grammatikalische Unstimmigkeit auf und die Tatsache, dass man immer auf die gleiche Seite kommt, egal, um welche Rechnungsnummer es sich handelt. wer hier anklickt, lädt sich einen Trojaner auf den Rechner, der garantiert nichts gutes im Schilde führt und genau das ist das Ziel dieser Aktion. Im schlimmsten Fall kann der infizierte Computer Teil eines kriminellen Netzwerkes werden.
Die V.O.P GmbH & Co. KG
Hauptstraße 62
56745 Bell
hat mit dieser Sache nichts zu tun, es lohnt also auch nicht, dort anzurufen. Auch die Absenderadresse der Mails "fovtysolutions.com" ist gekapert und die Agentur ist gänzlich unbeteiligt.
Die Kanzlei Hafencity rät: „Bleiben Sie aufmerksam!“ Juristisch ist gegen diese Masche nichts zu machen, denn Eigentümer einer .digital-Domain unterstehen nicht deutschem Recht, können völlig anonym schalten und walten.
Die Verbraucherzentrale berät HIER zum Thema.

